Online Marketing Strategie und Konzept entwickeln

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig die Basics für das Onlne Marketing in breiten Bevölkerungsschichten immer noch nicht bekannt sind. Selbst Personen, die selbst eine eigene Website betreiben, verstehen häufig nicht, was sie da eigentlich machen.

Ich habe es selbst erlebt, dass Betreiber von Websites geschickt Werbebanner oder gar Advertorials verkaufen, ohne signifikanten Traffic zu haben. Dabei kommen die ahnungslosen Werbekunden nicht einmal auf die Idee,  Messzahlen anzufordern. Erstaunlich; wir sind im Jahr 2018, in Deutschland und das Internet gibt es schon 1/4 Jahrhundert.

Ich arbeite nebenbei als Dozent für einen Online Marketing Master Studiengang. Meinen Studenten erkläre ich die Zusammenhänge an folgendem Schaubild:

Wir haben 3 Bereiche, die wir strategisch ausgestalten müssen:

  • Traffic
  • Behaviour
  • Conversion

In diesem Artikel gehe ich auf die verschiedenen Traffic-Quellen ein:

Als Betreiber einer Web Property muss ich mir Gedanken machen, wie ich Traffic, also Besucher auf meine Website bekommen kann. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich unterteile sie in folgende Kategorien:

  • Search Traffic
  • Paid Traffic
  • Social Traffic und
  • Email Traffic

Search Traffic

Besucher aus der Suche kann ich aus Plattformen bekommen, auf denen die Nutzer suchen. Das sind in erster Linie die Suchmaschinen Google und auch Bing. Will ich Traffic aus der Suche bekommen, sollte ich Inhalte produizieren, die auch tatsächlich von der Zielgruppe nachgefragt werden. Meine präferierte Strategie ist die Informationsnachfrage durch eine Keyword Analyse zu ermitteln und dann ganz gezielt Inhalte zu produzieren, um die Fragen zu beantworten, die die Nutzer tatsächlich in die Suchmaschinen eingeben.

Das ist  SEO, also Suchmaschinenoptimierung: Suchnachfrage ermitteln und die besten Antworten zu liefern, um diese Nachfrage zu bedienen.

Ich habe ausführlich über Keyword Recherche und Keyword Recherche berichtet.

In den letzten Jahren kam noch eine weitere mächtige Suchmaschine hinzu, mit mehr Suchanfragen als Bing: Youtube. Wobei Youtube nicht nur eine reine Suchmaschine ist sondern auch Social Aspekte integriert, wie Abonnieren, Liken, Kommentieren. Youtube Videos lassen sich immer noch recht einfach auf Suchanfragen optimieren.

Paid Traffic

Hier gibt es vor allem 3 wesentliche Arten im Online Marketing:

  • Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising)
  • Social Media Werbung und
  • Display Werbung.

Im Bereich der Suchmaschinenwerbung biete ich über eine elektronische Auktion auf Suchanfragen, die die Nutzer in den Suchmaschinen stellen. Hier sind vor allem Google Ads und Bing Ads die großen Plattformen, bei denen man ganz gezielt auf Suchanfragen Werbung platzieren kann. Darüber lässt sich gezielt Traffic einkaufen. Das macht jedoch nur Sinn, wenn mir die eingekaufte Traffic mehr Umsatz einbringt als er mich kostet. Suchmaschinen Werbung wird pro Klick abgerechnet.

Bei Social Media Werbung nutze ich Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter oder auch Pinterest. Da diese Plattformen sehr viel über ihre Nutzer wissen, kann ich ganz gezielt Nutzergruppen mit einer bestimmten Demographie oder bestimmten Interessen ansprechen.

Bei Display Anzeigen schalte ich als Werbekunden Text, Bild oder gar Videoanzeigen auf den Websites anderer, also in der Regel bei Publisher Websites, die entsprechende Anzeigenplätze anbieten. Hier gibt es unterschiedliche Vergütungsmodelle, z.B. pro Klick oder pro 1000 Impressionen.

Es entwickeln sich immer weitere Werbemodelle online. Eine neuere Entwicklung ist der Sponsored Content. Plattform wie Outbrain bringen Publisher und Werbekunden zusammen. Dabei werden aber keine Anzeigen geschalten sondern eigene Artikel auf der eigenen Website vermarktet. Auf der Publisher Website erscheint dann unter einem Artikel: “Diese Artikel könnten Sie auch interessieren…. sponsored content”. Der Werbekunde zahlt dann i.d.R. pro Klick.

Social Media

Social Media ist ein weiterer Kanal für Traffic. Man optimiert seine Inhalte nicht auf irgendwelche Suchbegriffe sondern gestaltet sie so attraktiv dass man eine Gefolgschaft aufbaut, die Interesse an den eigenen Inhalten hat und mit diesen interagiert.

Hier kommt es vor allem darauf an, auf welchen Social Media Plattformen meine Zielgruppe aktiv ist. Es gilt Zugang zur Zielgruppe und Reichweite aufzubauen, vor allem durch Inhalte, Posten, Teilen, Kommentieren, Liken.

Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter sind vor allem Streaming Medien. Es gibt einen niemals aufhörenden Strom von Informationen. Es sind jedoch keine Suchmedien. Was ich heute auf Facebook veröffentliche lebt nur dann im Netz, wenn es Interaktionen mit anderen Nutzern gibt. Die Halbwertzeit ist kurz, nach ein paar Tagen landen die Informationen im digitalen Nirvana: Sie sind zwar auf der eigenen Profilseite noch abrufbar, verschwinden aber aus den Streams der Gefolgschaft.

Bei Suchplattformen ist das anders. Ein Artikel kann auch nach Jahren noch in den Suchergebnissen angezeigt werden, ein Video wird auch nach Jahren in den Youtube Suchergebnissen angezeigt (sofern es die Suchanfrage beantwortet) und auch ein Pinterest Pin kann auch nach Jahren Traffic auf die eigene Website generieren.

Email-Marketing

Oft totgesagt, doch immer noch effektiv. Die Email ist nach wie vor die einzige Information, die elektronischen Zugang zur Zielgruppe ermöglicht, ohne dass man abhängig von einer der großen Plattform aus dem Silicon Valley ist.

Facebook hat es vorgemacht. Selbst von den Abonnenten einer Facebook Page wird heute nur noch ein Bruchteil durch einen Post erreicht. Man kann mehr erreichen, wenn man dafür zahlt.

Die Informationen seiner Youtube Abonnenten kennt der Youtube Kanal Betreiber nicht, die Instagram Follower lassen nicht einfach exportieren und auch die Pinterest Follower sind anonym. Und ändert Google mal wieder seinen Suchalgorithmus, kann der organische Traffic von heute auf morgen versiegen.

Die einzige Möglichkeit mit seiner Zielgruppe in direkten Kontakt zu treten,unabhängig von der Plattform ist nach wie vor die Email. Aus einem Email Marketing System lassen sich ohne weiteres die Kontakte exportieren. ich kann meine Kontakte jederzeit aus Mailchimp exportieren und beispielsweise zu Newsletter2go wechseln. Das kann ich mit Social Media Followern nicht.

Von daher wird Email Marketing auch weiterhin eine Bedeutung haben. Der Aufbau einer Liste ist nach wie vor von strategischer Bedeutung… für immer?

Vielleicht wird es durch Business Messaging Dienste à la Whats App abgelöst…

Jetzt gilt es die richtige Online Marketing Strategie aus diesen Möglichkeiten abzuleiten, Inhalte zu produzieren, die die Probleme der Zielgruppe lösen oder die Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllen. Der nächste Schritt ist dann einen Strategie zu entwickeln, was man mit den Nutzer macht, sobald sie auf der Website landen,

Dirk Röttges
 

Spezialist für Strategisches Online Marketing. Ich unterstütze Ärzte, Rechtsanwälte, Berater und Coaches neue Kunden über das Internet zu gewinnen.